Werte bewegen. Besonnenheit

von Silke

Man braucht im Moment schon ein ziemlich gutes psychisches Immunsystem. Ich frage mich was dabei hilft, nicht nur das körperliche Immunsystem zu stärken, sondern auch das psychische? Ich stelle an mir selbst und auch in meinem Umfeld fest, dass es sehr große Schwankungen im Umgang mit der Krise gibt. Gestern noch positiv und optimistisch gestimmt, sind am nächsten Tag plötzlich die Nerven gespannt wie Drahtseile oder man findet schlichtweg den ganzen Tag keinen Antrieb mehr, sich von der Couch zu erheben. Trotz blauem Himmel, sieht man rot bis schwarz. Insbesondere für Menschen, die an einen sehr geplanten Tagesablauf gewohnt sind, einen Ablauf, der Ruhe verspricht, ist die Umstellung durch die Krise schwer. Heißt das, dass wenn ich auf Planung und Strukturen setze, es mir unter Umständen gar nicht hilft, sicher und psychisch immun durchs Leben zu gehen?

 

Hat man ein gutes psychisches Immunsystem ist man flexibel, sagt man. Man ist in der Lage, Widerstände auf sich zu nehmen und sich durch sie konstruktiv zu verändern. Man blockt also die Dinge nicht ab bzw. lässt sie außen vor, sondern geht aktiv und konstruktiv mit ihnen um. Man versucht sogar das Beste daraus zu machen. Und wenn man sich umschaut, sieht man im Moment auch genau die Unterschiede. Wir sehen Menschen, die sich einmauern, das Leben auf Distanz mit allen Konsequenzen leben, sich vielleicht Horrorszenarien ausmalen und in der Starre verharren, bis es „vorbei“ ist. Wir sehen aber auch Menschen, die die momentan schwierigen Rahmenbedingungen annehmen und für sich einen konstruktiven Weg finden.

Und was hilft mir dabei, ein gutes psychisches Immunsystem zu entwickeln?

 

Optimismus

Optimismus ist dann eine wertvolle Eigenschaft, wenn er die Schwierigkeiten nicht ausblendet. Er ist keine einseitige Selbst- oder Situationsüberschätzung. Realistischer Optimismus ist die Überzeugung, dass in nahezu jeder Schwierigkeit ein verborgener Gewinn steckt, den es zu finden gilt. Resiliente Menschen glauben an die Welt und an sich selbst, lassen aber auch schwierige Gefühle zu.

 

Akzeptanz

Resiliente Menschen wissen, dass es beständigen Fortschritt ohne Rückschläge nicht gibt. Sie akzeptieren Rückschläge als natürlichen Teil jeder Entwicklung, ohne aber in eine Passivität zu verfallen. Vielfach sind es genau die Rückschläge, die langfristig wichtiger sind als die Erfolge, da sie wichtige Erfahrungen liefern.

 

Lösungsorientierung

Wofür verwendest Du mehr Zeit: für das Nachdenken über Probleme, Misserfolge, Kränkungen oder für das Suchen nach Lösungen? Das Versinken in Problemen lässt erstarren, während die Suche nach deren Lösung den Blick nach vorne öffnet.

 

Vielleicht können wir in diesen Tagen auf genau diese drei Eigenschaften bei uns achten und für andere ein Impulsgeber sein optimistisch, akzeptierend und lösungsorientiert zu sein, ohne Gefühle wie Angst oder Verunsicherung zu negieren.

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