„Terroristen“ im Kampf gegen die Gesetze der Schönheitsindustrie

von Yassin

Plastik in den Meeren, Plastik in der Arktis, Plastik in unseren Körpern. Umweltverschmutzung durch Plastikmüll ist ein Problem, das längst bekannt ist. Auch die Tatsache, dass wir tagtäglich Mikroplastik zu uns nehmen und es sich in unseren Körpern absetzt – die gesundheitlichen Folgen sind noch weitgehend ungewiss. Plastik im Alltag zu reduzieren ist ein erster, wichtiger Schritt zur Besserung – für die Umwelt und somit auch uns. Und genau hier setzt das Hamburger Start-up mit dem provokanten Namen „Terrorists of Beauty“ an. Den beiden Gründerinnen Mar und Natalie geht es jedoch noch um mehr, als nur Plastik zu reduzieren.

Quelle: terroristsofbeauty.com

 

„Wir schaffen ab, was uns jahrzehntelang vorgegeben wurde“

Dieser Satz ist auf der Homepage des Start-up’s zu lesen. Gemeint sind die Gesetze der Schönheitsindustrie. Der vermeintliche Bedarf an unzähligen Schönheitsprodukten, die perfekt wirkenden Menschen in der Werbung, die strikte Geschlechtertrennung der Produkte und die schädlichen, chemischen Inhaltsstoffe: All das wollten Mar und Natalie nicht mehr akzeptieren. Auf der Suche nach alternativen Produkten wurden sie aber nicht wirklich fündig – und wurden somit selbst tätig.

 

Ihre Waffen: Vier Blockseifen

Den „Kampf“ gegen die Konventionen der Schönheitsindustrie tragen die beiden Hamburgerinnen mit vier Blockseifen aus. Diese sind unisex, vegan, enthalten ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe, werden in Deutschland handgefertigt und sind frei von Chemie, Palmöl, Plastikverpackungen und Mikroplastik – und für jeden Haar- und Hauttyp soll etwas Passendes dabei sein. Und der Vorteil dieser Seifen ist, dass man sonst keine weiteren Duschartikel braucht. Sie vereinen Shampoo, Duschgel, Conditioner, Haarmaske, Haaröl usw. in einem Produkt. Ist man also von der Wirkung überzeugt, kann man so die Dusche komplett von Plastikverpackungen befreien. Zu vergleichen mit klassischen Kernseifen seien diese Seifen aber nicht, da sie aufgrund ihrer Inhaltsstoffe dennoch eine pflegende Wirkung haben sollen, wie Natalie in einem NDR-Podcast schildert. Die beiden haben lange mit verschiedensten natürlichen Zutaten experimentiert, bis sie mit ihren „Waffen“ zufrieden waren.

 

Es geht in erster Linie um die Message

Auch in ihrem Werbeauftritt zeigen sie, wie es anders geht. Keine makellosen Models, sondern „echte“ Menschen aus dem Freundeskreis der beiden sind die Werbegesichter der Marke. Den beiden geht es in erster Linie um die Message, daher auch der provokante Name. In einem der YouTube-Werbeclips trägt eine Frau einen Bombengürtel aus Blockseifen, während sie von der „Mission“ der „Terroristen“ spricht. Sie wollen Aufmerksamkeit erregen und die „Big Player“ dazu bringen, denselben Weg zu gehen. Auch wenn das bedeuten würde, dass das junge Start-up ihr Alleinstellungsmerkmal verliert.

Aber vor allem wollen sie auch die Kunden dazu anregen, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Dass es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, das Bad von Plastik zu befreien im Hinblick auf das massive Umweltproblem, wissen die beiden. Im Idealfall hört das Hinterfragen jedoch nicht im Badezimmer auf.

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