Liebe Führungskräfte

von WERTEFABRIK

Wer genau seid ihr eigentlich? Wir fragen das deshalb, weil man euch kaum noch erkennt. Ihr mischt euch unter uns Angestellte, kleidet euch genau wie wir, fahrt dieselben Autos. Was auf der einen Seite gut ist und für Gleichstellung sorgt, stiftet auf der anderen Seite manchmal Verwirrung. Wenn wir euch sowohl von euren Aufgabenbereichen her, als auch von eurem Äußeren nicht eindeutig als Führungsperson identifizieren können, muss dann zwangsläufig auch die Führung an Bedeutung verloren haben? Die einzigen Situationen in denen wir euch und eure Führung sichtbar bemerken und spüren können, sind die Situationen, in denen etwas nicht rund läuft. Ihr setzt euch in den großen und kleinen Krisen ein, schwingt euer Zepter und verwandelt Führung somit langsam, aber sicher zu einer Art Dauerkrisenmanagement.

Führung in der Sinnkrise?

An der Theorie des irischen Wirtschaftssoziologen Charles Handy vom „Postheroischen Management“ lässt sich gut erkennen: Gut ausgebildete, selbstständige Menschen in den Organisationen brauchen niemanden, der sie „führt“ und ihnen sagt, was sie zu tun haben, sondern jemanden, der hilft, ihr Können und ihre Talente optimal zu entfalten. Aber wie soll das funktionieren? Wie soll jemand ein Talent erkennen, eine besondere Begabung fördern, dessen eigene Karriere darauf baut, alles, was nicht passt, passend zu machen? War dies in Zeiten von stabilen Märkten, überschaubaren Produktzyklen und Arbeitgebermärkten noch erfolgreich, so wird diese Führung zukünftig in Frage gestellt. Eine Führungskultur, die stolz darauf ist, Abweichungen „in den Griff“ zu kriegen, muss sich nicht wundern, dass Originalität bei den sogenannten „High Potentials“ zur Seltenheit geworden ist.

Gute Führung

Führung bedeutet für uns, dass ihr mehr aus uns machen wollt, als wir uns selbst zutrauen. Wir können uns und unsere Talente am besten entfalten, wenn wir uns auf Aufgaben konzentrieren, die unseren Fähigkeiten entsprechen und uns herausfordern, ohne zu überfordern. Es macht heute keinen Sinn mehr, nur noch Mitarbeitern mit den gleichen Fähigkeiten einzustellen – es kommt auf die Unterschiede an. Die Unterschiede und Talentnischen eurer Mitarbeiter machen euer Unternehmen einzigartig und letztendlich unschlagbar. Gute Führung hilft voran. Dazu braucht man Menschen, die sich und andere mögen.

Liebe Führungskräfte, vertraut uns, fordert uns heraus, kommuniziert mit uns. Wenn ihr das alles getan habt, könnt ihr euch mit einem Café zurückziehen, uns unser Ding machen lassen und euch auf die Suche nach neuen Talenten begeben. Managen müsst ihr dann nämlich nur noch euch selbst.

Herzlichst,
Eure Mitarbeiter

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