Irene Kärcher – die fürsorgliche Unternehmerin

von Yassin Mahr

Mehr als 12.300 Mitarbeitende auf dem gesamten Globus, ein Umsatz von 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 und Weltmarktführer im Bereich der Heiz- und Reinigungsgeräte – das deutsche Familienunternehmen Kärcher hat einen beachtlichen Erfolg zu verzeichnen. Nicht zuletzt Irene Kärcher, die nach dem Tod ihres Mannes die Firmenleitung übernahm, hat durch ihre fürsorgliche Art der Führung dazu beigetragen.

Quelle: Kärcher

 

Menschlichkeit als Schlüssel zum Erfolg

Im Jahr 1959 verstarb Alfred Kärcher, Ingenieur und Gründer von Kärcher, an den Folgen eines Herzinfarkts. Ab dem Todeszeitpunkt hatte Irene Kärcher nicht nur die alleinige Verantwortung über das Unternehmen mit derzeit rund 250 Mitarbeitenden, sondern auch für die Erziehung der beiden gemeinsamen Kinder. Dennoch entschloss sie sich dazu, diese große Aufgabe zu übernehmen und das Lebenswerk ihres Mannes fortzuführen.

Unter Irene Kärchers Leitung konnte innerhalb des ersten Jahres eine Umsatzsteigerung von 70 Prozent erzielt werden. Sie galt als eine sehr fürsorgliche und engagierte, aber auch durchsetzungsfähige Führungskraft, die sowohl die Menschlichkeit und als auch langfristigen Unternehmenserfolg stets im Blick hatte. Trotz all der Aufgaben, die mit der leitenden Position einhergingen, legte sie viel Wert auf die Meinung der Mitarbeitenden und hatte immer ein offenes Ohr für deren Anliegen – was insbesondere zu der damaligen Zeit in Betrieben nicht üblich war. Inzwischen ist es längst bewiesen, dass durch ein fürsorgliches Führungsverhalten die Einstellungen und Verhaltensweisen der Mitarbeitenden positiv beeinflusst werden.

 

Verlust und Rückgewinn der Marktführerschaft

Da sich Irene Kärcher auf die Kindeserziehung konzentrieren wollte, übergab sie die Unternehmensleitung Ende der 1960er Jahre. Während ihrer Abwesenheit etablierte sich ein autoritärer Führungsstil und schlechte Management-Entscheidungen wurden getroffen, da sich die neue Unternehmensführung nicht mit den Kärcher-Produkten identifizieren konnte. Diese Entwicklungen hatten fatale Auswirkungen – qualifizierte Führungskräfte kehrten Kärcher den Rücken und das Unternehmen verlor die Marktführerschaft.

Aufgrund dieser Entwicklungen übernahm Irene Kärcher wenige Jahre später wieder die Leitung und konnte somit das Unternehmen retten. Sie stoß ein starkes Unternehmenswachstum durch technische Verbesserungen der Produkte und eine zunehmende Internationalisierung an – und schließlich wurde 1984 ein neuer Markt durch die Entwicklung des weltweit ersten Hochdruckreinigers für Privathaushalte erschlossen. Irene Kärcher schaffte es, das Unternehmen wieder an die Spitze zu bringen.

 

Das gemeinsame Lebenswerk von Alfred und Irene Kärcher

Bis zu ihrem Tode 1989 leitete Irene Kärcher das Unternehmen. Aufbauend auf Alfred Kärchers Erfindergeist schaffte sie es, durch ihr enormes Engagement das Unternehmen zum weltweiten Erfolg zu führen. Sie konnte die Belegschaft von ihrer Vision überzeugen und manifestierte so ein Wir-Gefühl, welches bis heute bei Kärcher Bestand hat.

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