Die Lüge als legitimes Mittel?

von WERTEFABRIK

Vor 500 Jahren gab es bereits richtig Groll und Protest gegen den Autor dieser Worte: Niccolò Machiavelli. Dieser war Politikberater, der in seinem Buch "Il Principe" die Prinzipien der Führungskraft definierte. Diese muss ihre Macht erhalten. Mit der unverblümten Wahrheit ist das nicht zu schaffen. Der Manager hat keine Wahl. Er muss sein Wort brechen, ethische Regeln missachten, wenn er seinen Job ernst nimmt. Uns erscheint das Lügen allerdings nur bei jenen unerträglich, deren Meinung wir nicht teilen. Was der Konkurrent sagt, ist beispiellose Wortdreherei. Und wir? Wir nennen die, auf deren Seite wir stehen, nicht etwa Lügner oder Betrüger, sondern smart und politisch clever. Was uns nützt, ist politisch korrekt.

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Wird in den Unternehmen politisch gehandelt, weil Menschen bessere Politiker sein möchten als die, die sie aus den Medien kennen?

Wer Veränderungen in Organisationen begleitet, bekommt es früher oder später mit der internen Politik zu tun. Meist macht sie störend auf sich aufmerksam, wenn Entscheidungen "aus politischen Gründen" nicht getroffen, verdünnt oder nur halbherzig umgesetzt werden. Da Politik sehr "mächtig" ist, kann sie erheblichen Schaden anrichten. In stark politischen Umfeldern ist mehr Beharrlichkeit und Durchsetzungsstärke erforderlich, um Veränderungen herbeizuführen, was auf Dauer zu einem echten Wettbewerbsnachteil werden kann. Denn es bewirkt, dass Organisationen in ihrer Veränderungsfähigkeit und –geschwindigkeit zurückfallen.

 

Politik wird geübt

Im Kampf um Lieblingsprojekte, knappe Budgets und den eigenen Job fahren die Kollegen die Ellbogen aus. Politische Spielzüge werden benutzt, um sich Vorteile in der internen Konkurrenz zu verschaffen oder offene Rechnungen zu begleichen. Viele Aufsteiger treffen laut eigener Aussage unvorbereitet auf den Kampf um Macht und nützliche Beziehungen. Der Grad der Schwierigkeit, die interne Politik für Führungskräfte darstellt, nimmt jedoch mit steigendem Level der Führungsebene ab. Fällt ihnen da etwas auf?

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