Wandernde Fragen

von Christoph Bader

Mit der Methode "Wandernde Fragen" wird schnell transparent, welche Fragen zu einem bestimmten Thema "im Raum" sind. Jeder Teilnehmer ist beteiligt und durch Kollaboration werden schnell viele Antworten und Ideen erzeugt.

Beschreibung der Methode

Die Methode funktioniert am besten in Kleingruppen von max. sechs Personen. Jeder schreibt zu einem Thema etwa 3 bis 5 Fragen auf ein Blatt Papier, die aus seiner Sicht noch zu besprechen sind. Dann werden die Blätter reihum im Uhrzeigersinn weitergegeben und jeder Teilnehmer schreibt auf das nun vor ihm liegende Blatt seine Antworten oder Ideen auf. Wenn jemandem zu einer bestimmten Frage nichts einfällt, kann er die Frage natürlich auch unbeantwortet lassen. Nach einer zuvor festgelegten Zeit werden die Bögen weitergegeben, sodass zu jeder Frage sehr viele Antworten und Ideen zusammenkommen, wenn das Blatt wieder den ursprünglichen Fragesteller erreicht hat.

Wirkungsweise

Durch die Methode Wandernde Fragen wird zum einen deutlich, ob die Fragen der Beteiligten sehr unterschiedlich sind oder sich einige Aspekte wiederholen. Durch die Vorgabe des Themas setzt man zu Beginn einen Fokus. Hier kann man z.B. einfach wandernde Fragen zum Projekt sammeln, oder am Ende einer Veranstaltung zum Thema der session. Oder man fragt konkret zu einem bestimmten Thema (z.B. Qualitätssicherung). Gerade zu Beginn einer Arbeitsphase, setzt die Methode bereits einen wichtigen Fokus für die Moderation. In der Wertefabrik nutzen wir die Übung gerne auch für unsere eigene, jährliche Strategiewoche als Einstiegsübung. Die Kernfragen für die Woche werden so direkt aus der Gruppe heraus identifiziert und die Teilnehmer bekommen einen Eindruck, was die einzelnen Menschen bewegt. Am Ende einer Arbeitsphase dient die Methode als guter Leitfaden zum Transfer. Beispielsweise ist am Ende eines Workshops häufig nicht klar, mit welchen Fragen nun jeder Einzelne wieder in den Alltag geht. Dies kann bearbeitet werden und die Ergebnisse der Fragen dienen als Vorlage für eine gezielte Nachbereitung. Alleine die gestellten Fragen geben somit schon interessante Erkenntnisse.
 
Außerdem können innerhalb kürzester Zeit natürlich sehr viele verschiedene Antworten gesammelt werden. Fragen und Ideen werden nicht vorschnell diskutiert und verworfen, sondern "wandern" durch die Gruppe. In Schritt 2 können die einzelnen Fragen dann gruppiert werden und die Antworten dienen als Beschleuniger in Sachen Ideenentwicklung.

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