Strategie mit vier Worten

von Christoph Bader

Zum Jahreswechsel denken Sie vielleicht über Ihre Strategie nach, über Ziele und Prioritäten Ihres Teams im nächsten Jahr - oder vielleicht sogar für die nächsten drei bis fünf Jahre. Oftmals bedeutet dies, eine eine Präsentation mit vielen Seiten zu erstellen, die - wenn wir ehrlich sind - zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung und Überprüfung bereits wieder veraltet sein wird. Ganz zu schweigen davon, dass sie nur einmal gelesen und dann ignoriert wird. Definieren Sie Ihre Strategie doch einfach schnell und kompakt.

Vier einfache Worte helfen Ihnen dabei: “WENN”, “DANN” und “WICHTIGER ALS”.

WENN/DANN

Wenn wir mit unseren Mandanten zusammenarbeiten, um eine Strategie zu definieren, besteht einer der ersten Schritte darin, Veränderungen am Markt/auf Kundenseite wahrzunehmen. Bringen Sie dazu Ihr Team zusammen und stellen Sie folgende Fragen:

  • Was ändert sich?

Denken Sie darüber nach, was für Ihren Kunden anders wird: Was steigt oder sinkt ab, wird besser oder schlechter? Vermeiden Sie es, eine oberflächliche oder statistische Beschreibung zu verwenden - sagen Sie nicht: "Kunden bevorzugen Wert", sagen Sie eher: "Die Kunden werden vorsichtiger, wie sie ihr frei verfügbares Einkommen ausgeben."

  • Warum ändert es sich?

Denken Sie über die dahinter liegende Motivation nach. Im oben genannten Beispiel könnte es daran liegen, dass es mehr Wettbewerber auf den Markt gibt oder weil die Löhne ins Stocken geraten sind.

  • Wenn dies so weitergeht, wie wird uns das beeinflussen?

Jetzt ist es an der Zeit, den Blick nach innen zu wenden und darüber nachzudenken, wie sich dieser Trend auf Ihre Organisation auswirken wird. Werden Kunden beispielsweise bei Ihrer Marke bleiben aber weniger häufig einkaufen oder werden sie zu einer ähnlichen Marke wechseln?

  • Wie müssen wir antworten?

Führen Sie ein Brainstorming mit Blick auf die Möglichkeiten zur Bewältigung jeder Änderung durch: Vielleicht können Sie einen Mengenrabatt anbieten oder eine Marketingkampagne darüber führen, warum Ihr Produkt hochwertiger ist.

  • Fassen Sie alles zusammen.

Fassen Sie Ihre Ergebnisse in einer Aussage zusammen: “WENN die Kunden aufgrund des größeren Wettbewerbs vorsichtiger sind, verfügbares Einkommen auszugeben, DANN müssen wir eine Marketingkampagne durchführen, um zu zeigen, dass unsere Marke länger hält.”

Die strategischen Optionen

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie am Ende mehrere WENN/DANN Aussagen formuliert haben. Glückwunsch! Sie kennen Ihren Markt offensichtlich. Leider haben Sie nicht mehr Zeit und Ressourcen, um diese Probleme anzugehen. Sie werden einige Entscheidungen treffen müssen. Und laut Michael Porter ist Strategie stets eine Wahl zwischen Optionen. Denken Sie an die Dating-Welt. Jeder würde einen "netten" Partner einem "gemeinen" Partner bevorzugen. Aber was wäre, wenn Sie sich zwischen einem "netten" Partner und einem "lustigen" Partner entscheiden müssten? Beide sind eine gute Wahl, aber Sie können nicht immer (alles) bekommen, was Sie wollen.

WICHTIGER ALS

Um zu priorisieren und zu entscheiden, was Sie opfern werden, lassen wir in unseren Strategieworkshops häufig "WICHTIGER ALS"-Aussagen schreiben:

  • "Profit" wichtiger als "Umsatz".
  • "Schnell" wichtiger als "Perfekt".

Schauen Sie nun die "WENN/DANN"-Aussagen die Sie aufgelistet haben noch einmal an und kennzeichnen Sie diejenigen, die miteinander konkurrieren oder mit welchen Sie gerade Geschäfte machen. Entscheiden Sie so, was im kommenden Jahr Priorität hat. Für das obige Beispiel könnte die Priorisierung lauten: "Marketing-Budget ausgeben, um loyale Kunden zu behalten" wichtiger als "Marketing-Budget ausgeben, um neue Kunden zu gewinnen". Diese Entscheidungen sollten ein wenig wehtun, da es nur menschlich ist, alles zu wollen.

Der letzte Schritt besteht darin, diese "Wichtiger als ..."-Anweisungen zu teilen und sie als Entscheidungshilfe zu verwenden. Wenn sich das Team beispielsweise im Falle einer wichtigen Markenentscheidung in einer Sackgasse befindet, kann es sich auf die Strategische Aussage beziehen. Ihr Team ist nun in der Lage eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Sie als Führungskraft müssen sich nicht mehr einschalten, da das gesamte Team bereits festgelegt hat, was die richtige Entscheidung ist.

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