Der rote Teppich für Bedenkenträger

von Christoph Bader

Pre-Mortem

Wenn Optimismus auf Pessimismus trifft entsteht Energie. Diese zu kanalisieren ist Sinn und Zweck von Pre-Mortem-Workshops. Wir nutzen die Methode insbesondere dort, wo wir eine starke Veränderungsmüdigkeit spüren da bereits viele vorangegangene Initiativen gescheitert sind.

Skepsis uns Bedenken sind nicht gerade gern gesehene Gäste, wenn es in Unternehmen um neue Projekte geht. Aber beide sind insbesondere in der Startphase ungemein nützlich, denn Wahrnehmungen in Organisationen unterliegen einer Reihe von trügerischen Effekten. Der Perspektivenwechsel, der durch die Methode gefördert wird, unterstützt Euch dabei mögliche Probleme vorauszusehen und die Erfolgswahrscheinlichkeit des betreffenden Vorhabens zu erhöhen.

Photo by Caleb Woods

Zu Beginn steht die Irritation der Gruppe, indem man vom Scheitern ausgeht. Der Skepsis und Widerständen wird somit direkt der rote Teppich ausgerollt.

1. Schritt: Fiasko!!

Ausgangspunkt ist eine möglichst konkrete Beschreibung des Vorhabens und die Einigung auf den Zeitpunkt, von dem Ihr zurückschauen wollt.

„Es ist 20XX und das Vorhaben ist dramatisch gescheitert!“.

Jeder Teilnehmer notiert daraufhin die persönlichen Assoziationen zu diesem Szenario. Nacheinander werden die Assoziationen vorgestellt und Cluster gebildet. Die folgenden Kleingruppen (je Cluster) sammeln nun denkbare Gründe, warum das Projekt so enden konnte. Das entstandene Szenario wird in den Kleingruppen finalisiert und in eine Übersicht gebracht. Es wird noch nicht bewertet, sondern jeder hört sich an, was die anderen zu sagen haben.

2. Schritt: Ursachenforschung

Nun präsentiert Ihr die Horrorszenarien. Als Zuhörer sammelt ihr jeweils die wichtigsten Probleme und Hürden. Diese werden auf einer zentralen Wand gesammelt.

3. Schritt: Ideensammlung

Um diese Stolpersteine zu vermeiden geht es nun wieder in Kleingruppen (die neue Gruppenzusammensetzung ist hier wichtig, um den Perspektivenwechsel zu erleichtern) mit dem Auftrag, Ideen zur Vermeidung zu identifizieren. Danach werden die Optionen wieder kondensiert, um die vielversprechendsten Ansätze zu finden.

4. Schritt: Aktionen definieren

Die gefundenen Ideen werden nun priorisiert und Verantwortliche benannt. Hier ist eine Sortierung hilfreich, wie zum Beispiel drei Spalten: Sofort handeln! / Achtung! Da kommt was auf uns zu! / Merken! Später nochmal betrachten.

Perspektive:

Im Verlauf eines Projektes sollte das Ergebnis in regelmäßigen Abständen reflektiert und überprüft werden.

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