Die Helden von Rio

von Luisa Vaerst

2016. Jahr der Olympischen Spiele in Rio. Bei der Eröffnungsfeier laufen wie gewohnt alle Athleten der jeweiligen Nationen mit ihrer Landesflagge in das jubelnde Stadion ein, zehn Athleten tragen jedoch die olympische Flagge: Das olympische Flüchtlingsteam.

Kaum ein anderes Team wurde neben dem brasilianischen so gefeiert, so bejubelt und so respektiert. Alle Athleten dieses Teams wurden aufgrund ihrer herausragenden sportlichen Talente vom Internationalen Olympischen Komitee ausgewählt, da es ihnen leider nicht möglich war, für ihr eigenes Heimatland anzutreten. Die Olympische Flüchtlingsmannschaft sollte zudem ein Zeichen der Hoffnung für die Flüchtlinge aller Welt darstellen.

The best thing you could give someone is a chance.

Den Sportlern aus dem Südsudan, aus Syrien oder dem Kongo wurden neben einer einzigartigen sportlichen Chance auch eine menschliche Perspektive geboten. Sie wurden motiviert, gefördert, gefordert - endlich konnten sie wieder das tun, wofür sie ein Talent haben und was ihnen Spaß macht, mit dem zusätzlichen Sinn und Ansporn, bei den Olympischen Spielen eine gute Leistung zu erbringen. Dass es für eine Medaille im Team nicht gereicht hat, spielte keine Rolle.

Yusra Mardini, eine Schwimmerin aus Syrien, fiel in Deutschland mit einem herausragenden Schwimmtalent auf. Sie flüchtete mit ihrer Schwester 2015 über das Meer nach Lesbos und hat auf ihrer Flucht bewiesen, dass eine wahre Heldin in ihr steckt: Das völlig überfüllte Boot drohte zu kentern, da der Motor ausgefallen war. Yusra sprang daraufhin mit ihrer Schwester und zwei weiteren Flüchtlingen ins Wasser und zog das Boot über mehrere Stunden ans Ufer von Lesbos. In Deutschland angekommen, wurde sie in Berlin untergebracht und begann dort im Schwimmverein Spandau weiter zu trainieren. Dort nahm sie an Schwimmwettbewerben teil, bei denen sie die Aufmerksamkeit des Olympischen Komitees auf sich zog.

Das Olympische Flüchtlingsteam hat ein wichtiges Statement gesetzt – Leistung zählt, nicht Herkunft. Talent zählt mehr als Hautfarbe. Und um einen Mannschaftsgeist zu erzeugen, ist das Heimatland egal.

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