Sinn im Unsinn?

von Luisa Vaerst

Kann man in der schlimmsten Zeit seines Lebens noch klar und deutlich einen Sinn in seinem Leben sehen? Den einen entscheidenden Sinn, um weiterleben zu wollen? Um diese Frage mit Ja beantworten zu können, muss man zwangsläufig ein echter Held sein – wie Viktor Frankl.

Der Hintergrund

Viktor Frankl wurde in Österreich im Jahr 1905 geboren und wurde zu einem der bedeutsamsten Neurologen und Psychiater des 20. Jahrhunderts. In seinem Studium der Medizin legte er den Schwerpunkt auf Suizid und Depressionen und half somit hunderten von Menschen aus dem Loch der Traurigkeit zurück ins Leben. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde es ihm zunächst als jüdischer Arzt untersagt, arische Patienten zu behandeln. Bereits ein Jahr später wurde er mit seiner Frau, seinen Eltern und seinem Bruder in ein Konzentrationslager deportiert. Seine gesamte Familie wurden Opfer des Nationalsozialismus – er jedoch überlebte.

„Those who have a why to live, can bear with almost any how.“

All den Schrecken, die Angst, die furchtbaren Momente verarbeitete er in seinem Buch „…trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“. Frankl stellte fest, dass die Häftlinge, die noch Hoffnung auf ein Wiedersehen mit einem lieben Menschen in der Heimat hatten, gleichzeitig eine größere Überlebenschance hatten: Sie hatten nämlich noch einen Sinn, für den es sich zu überleben lohnte. Für Viktor Frankl selbst war der Sinn in den Jahren im Konzentrationslager der, dass er, wenn die Schreckensherrschaft irgendwann einmal vorbei sein würde, über seine Erlebnisse Vorlesungen halten würde.

Sinn gibt uns Halt. Haben wir einen Sinn, sehen wir einen Ausweg und können der Situation manchmal sogar etwas Positives abgewinnen. Schaffen wir das selbst in unseren dunkelsten Stunden, sind auch wir echte Helden.

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