Ein bisschen mehr gemeinsam

von Luisa Vaerst

Ein bisschen mehr gemeinsam, bitte.

Zusammen, nicht allein. Gemeinsam, statt getrennt. Teamwork, statt Einzelkämpfer. Verbundenheit statt Isolation. Jemand, der diese Aussagen sofort unterschreiben würde, ist Gerald Hüther. Er vertritt den Standpunkt: Potenzial kann nie alleine entfaltet werden. Wir benötigen dafür immer andere, die uns helfen.

Gerald Hüther wurde 1951 in Gotha geboren und hat sich daraufhin der Biologie verschrieben. Er studierte neben der reinen Biologie Tier- und Neurobiologie und forschte danach an zahlreichen Projekten: Er forschte am Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, den Auswirkungen von Angst und Stress und die damit verbundenen emotionalen Reaktionen. Zusätzlich ist er Vorstandsmitglied der Akademie für Potenzialentfaltung.

„Niemand kann seine Potenziale allein entfalten. Jeder Mensch braucht dafür immer die Beziehung zu anderen.“

Wenn wir uns unsere eigene Geschichte auf der Welt einmal anschauen, sehen wir sofort, dass Gerald Hüther mit seiner These über das Potenzial recht hat. Wir könnten heute nicht laufen, hätten unsere Eltern uns nicht bei unseren ersten tapsigen Gehversuchen an die Hand genommen. Wir könnten nicht miteinander sprechen, hätten sie uns nicht das sprechen gelehrt. Wir könnten nicht rechnen, nicht schreiben, nicht philosophieren – hätten wir dies nicht von anderen Menschen gelernt. Also, ohne andere Menschen, ohne die Verbundenheit zu anderen Menschen, gäbe es uns als individuelle Potenziale nicht. Wir sind individuelle und wunderbare Einzelprodukte der Menschen, die uns in unserem Leben geformt, geschliffen und geliebt haben.

Leider vergessen wir das heutzutage sehr häufig. Wir wollen besser sein, als die anderen. Wollen höher hinaus, immer noch einen draufsetzen und sind total darauf fixiert, individuell zu sein. Lebende Systeme organisieren sich laut physikalischer Grundsätze immer so, dass letztendlich ein optimales Ergebnis zustande kommt, bei minimalstem Energieeinsatz. Durch Konkurrenzdenken und ausgefahrene Ellenbogen entsteht Reibung. Und durch Reibung geht enorme Energie verloren, die wir viel besser dafür nutzen könnten, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.

Noch nie war Physik so einfach und lebensnah – danke Gerald. Danke dafür, dass du nun ebenfalls ein kleines Mosaiksteinchen meines Potenzial formen und an die richtige Stelle kleben konntest. Verbundenheit statt Isolation, lautet die einfache Devise. So können großartige Dinge entstehen.

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